Mystischer Begleiter in der Nacht
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Mystische Mondnächte

Wenn die Tage kürzer und die Nächte länger werden, 
herrscht eine ganz besondere Stimmung im Schwarzwald. 
Gäste können das intensiv in den sagenumwobenen Raunächten und bei Mondschein-Touren erleben – zum Beispiel in Bad Herrenalb oder auf dem Hochplateau in Dobel.

Geschichte

Die Sonne geht unter über den Wäldern des Albtals. Für viele Stunden verkriecht sie sich nun hinter dem Horizont und macht ihrem kleinen Bruder, dem Mond, Platz. Er ist heute mal wieder besonders nah, auf 357.000 Kilometer hat er sich herangepirscht, man glaubt ihn fast vom Himmel pfl ücken zu können. Supermond nennt man das, wenn der hellste aller nächtlichen Himmelskörper ein wenig an die Erde heranrückt. Viel größer und strahlender erscheint er nun, 20 Menschen 
auf der Wiese am Waldrand von Dobel sind regelrecht entzückt.

Seit vielen Jahre macht Schwarzwald-Guide Monika Amann aus Bad Herrenalb Mondschein-Touren, im Sommer wie im Winter . 
Die Resonanz ist erstaunlich, Dutzende von Teilnehmern melden sich an, wenn es darum geht, sich durch die Nacht führen zu lassen. „Alleine würden sie sich das nicht trauen“, sagt Monika Amann, 
„aber in der Gruppe fühlen sie sich aufgehoben.“

Langsam und leise gehen sie durch die Landschaft auf der Hochebene. Lauschen den 
nächtlichen Geräuschen, nehmen ganz andere Dinge wahr, als an den geschäftig grellen Tagen. Monika Amann versorgt sie mit Mythen und Märchen, ein wenig Mond-Literatur und viel Wissenswertem: 4,5 Milliarden Jahre ist der Mond alt, über 360.000 Kilometer entfernt, meistens wenigstens. Und gehören, ja gehören tut er eigentlich niemandem, nicht einmal 
dem berühmten Mann im Mond.

Der Mond war von jeher ein Faszinosum. Die Menschen lasen Gesichter in ihn hinein, erkannten bei zunehmendem Mond eine verführerische junge Frau und bei abnehmendem Mond die menschliche Vergänglichkeit. Dazwischen lag das pralle Leben, der Vollmond als Fruchtbarkeitssymbol ähnelte irgendwie auch einer gebärenden Frau. In alten Zeiten (und zuweilen auch noch heute) richteten sich die Menschen nach dem Mondkalender: Der Begriff „Monat“ entstammt unmittelbar dieser germanischen Gepflogenheit. Ihr Nachteil war, dass das Mondjahr mit 354 Tagen deutlich kürzer ausfiel als das Sonnenjahr. So begann man an seinem Ende elf bis zwölf Tage einzuschieben, 
es war die buchstäbliche Zeit „zwischen den Jahren“, die dadurch ihren Namen erhielt. 
Sie war schon bald aufgeladen mit allerlei Bräuchen, Mythen


 

und Sagen. Von wilden Heeren war da die Rede, die durch die Lande zogen, Dämonen, die sich in furchterregende Gewänder warfen und die Menschen in Angst und Schrecken versetzten. 
Raunächte sollte der Zeitraum zwischen Weihnachten und Dreikönig irgendwann heißen. Darin steckt der Rauch, den man in den Ställen und Häusern verteilte, um die bösen Geis- 
ter zu vertreiben. Zugleich war der Begriff Rauchwaren ein anderes Wort für jene Pelze und Felle, die die Zottelwesen aus dem Reich der Dunkelheit trugen: furchterregende Fabelwesen, 
die nachts um die Häuser zogen.

 

Das alles hat seinen Schrecken verloren. So spricht auch Schwarzwald Guide Monika Amann von einer „positiven mystischen Wanderung durch die Nacht“. Die zwölf Raunächte haben es auch ihr angetan, seit nunmehr vier Jahren lädt sie Gäste zu einem Spaziergang in dieser besonderen Zeit 
ein. Sie kommen in großer Zahl, getragen von der Sehnsucht zur Ruhe und zu sich selbst zu kommen.

„Es geht um ein Innehalten in der Natur“, sagt sie, „ums Kraftschöpfen.“ 
Uralte Überlieferungen können dabei helfen: So gehen die Gäste ganz still durch die Landschaft, genießen die kalte Luft und versuchen aufzutanken für ein neues Jahr mit vielen neuen 
Herausforderungen.

Info.

Schwarzwald-Guide Monika Amann bietet in Bad Herrenalb und Dobel regelmäßig Mondscheinwanderungen und Raunacht-Touren an: 

www.amanntour.de

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