Hobbit Haus

IM TAL DER LEHRMÄNNER

Ein neuer Qualitätswanderweg führt durch das Eyachtal und zu sagenhaften Geschichten.

Geschichte

Staunend reibt sich der Wanderer die Augen, als er die beiden Hobbit-Häuser auf einer Waldlichtung entdeckt. Tatsächlich befindet sich die scheinbare Außenstelle des Auenlands aus dem Film „Der Herr der Ringe“ im wildromantischen Eyachtal bei Dobel. Die Erdkeller sind die einzigen Überreste des einst stattlichen Lehmannshofs aus dem 17. Jahrhundert, der 1848 abbrannte. Nun wohnen Fledermäuse in den alten Gemäuern. 

Ein Kraftgeschlecht von Riesen soll die letzte Generation der sieben Lehmann-Brüder gewesen sein, die es mit großem Waldbesitz, einer Sägemühle und der Flößerei zu Wohlstand brachten. Die bewunderten wie gefürchteten Lehmänner ließen es aber auch gerne mal krachen. „Wo es in den Schenken den Mannen gefiel, da sah man bei Tänzen und Würfelspiel in Strömen die Weine fließen“, ist überliefert. Selbst vor abenteuerlichen Mutproben schreckten sie angeblich nicht zurück. 

Die idyllische Waldlichtung, heute eine große Wiese mit Grillstelle, ist ein Highlight des neuen Qualitätswanderwegs „Im Tal der Lehmänner“. Ausgangspunkt der Tour ist der Parkplatz am Kurhaus Dobel. Von dort steigt man durch das Sonnentor, einem Portal des Westwegs, zum Aussichtsturm auf und wird mit einem herrlichen Panoramablick über den Schwarzwald in Richtung Rheinebene und Pfälzerwald belohnt. 

Vorbei an Dänemark und Großbritannien, in den Flaggen von EU-Ländern bemalte Bänke, die zum Europa-Rundwanderweg gehören, geht es nun über den Westweg und lauschige Pfade überwiegend bergab. Bemooste Steinblöcke liegen wie Samtkissen zwischen Bäumen. Einmal noch öffnet der Wald ein Weitsichtfenster, dann hat man den Talgrund beim ehemaligen Lehmannshof erreicht – der perfekte Ort für eine erste Rast.

Anschließend schwenkt man auf das Wasserwegle ein. Anfangs führt es durch eine Birkenallee, dann als wurzeliger Waldpfad am Ufer der naturbelassenen Eyach entlang. Der Wildbach ist der glasklare Star dieses verwunschenen Wegs, an dessen lichten Anschnitten Heidelbeersträucher wachsen. Mal murmelt die Eyach leise vor sich hin, mal rauscht sie mit Getöse durch Engstellen, spielt mit Licht und Schatten, dem Blau des Himmels und dem Grün des Waldes. Kaum vorstellbar, dass hier einmal Holzstämme geflößt wurden.

Mitten auf dem Weg, nur andeutungsweise durch Steine eingefasst und leicht zu übersehen, hüpft man über die Sprudelbachquelle. Aus sandigen Gruben blubbert an mehreren Stellen das Wasser empor – ein so kleines wie faszinierendes Naturschauspiel. Wer sich traut, kann den Finger in die Quelllöcher stecken. 

Bis zur Eyachmühle folgt man dem Bach, der im Sommer zu erfrischenden Fußbädern einlädt. Die ehemalige Mühle ist heute ein Gasthaus mit großer überdachter Terrasse und ein Einkehrtipp. Forellen, Fleisch, Gemüse, Weine des Slow-Food-Restaurants haben alle Bioqualität. Wer möchte, kann dort geräucherte Forellen als „Wegzehrung“ erwerben, bevor er – vorbei an einem Baumzelt in luftiger Höhe – den Rückweg bergauf nach Dobel antritt. 

 

Gut zu Wissen

Im Tal der Lehmänner: Das Wasserwegle ist Teil des Naturschutzgebiets „Eyach- und Rotenbachtal“. 

Wegbeschreibung, Karte und GPS-Daten finden Sie unter:

www.albtal-tourismus.de

Information

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