Ettlinger Höhenflüge
Eine aussichtsreiche Panorama-Radrunde
durch verträumte Dörfer, stille Waldgebiete und zu einer Einkehr am höchsten Punkt.
Ah, ist dieses „Rimmischorle“ köstlich! Es schmeckt deshalb so besonders gut, weil man es sich verdient hat – hier, am höchsten Punkt einer Rundtour. Serviert wird es auf der Terrasse des Waldgasthauses Rimmelsbacher Hof, den Panoramablick gibt es gratis dazu. Es ist nicht der einzige.
Ettlinger Panoramarunde, so heißt diese aussichtsreiche Fahrradtour, die vom städtisch geprägten Tor zum Albtal über verträumte Höhendörfer, durch lauschige Waldgebiete und die
Rheinebene führt. Bei 440 Höhenmetern ist etwas Kondition gefragt – oder
man entscheidet sich für ein E-Bike. Das kann man neuerdings auch bei der Touristinfo Ettlingen zu einem fairen Preis ausleihen.
Die beiden noch fast nagelneuen Zweiräder strahlen in so sattem Blau wie der Himmel an einem wolkenlosen Sommertag. Ausgestattet sind sie mit geländegängiger Bereifung und richtig
Power. Wer möchte, bucht ein Pick-nickpaket dazu, liebevoll zusammengestellt von Mama’s Café.
Zunächst geht es mal mehr, mal weniger am Flüsschen Alb entlang, bevor die erste knackige Steigung nach Spessart hinauf führt. Dort gibt es aber weder ein altes Wirtshaus noch Räuber
oder ein Spukschloss. Mit dem bayerischen Waldgebirge teilt es sich nur die Namensherkunft: Spechtwald. Diesen nutzten die Bewohner seit jeher, um ihre Schweine unter Eichen weiden zu
lassen, während zwei Stockwerke höher die Spechte ihrer lautstarken Arbeit nachgingen. Der Eberbunnen an der Hauptstraße erinnert daran. Allerdings tummelt sich dort eine Muttersau
mit ihren putzigen Ferkeln.
Es sind die verschiedenen Facetten des Albtals, die diese Tour reizvoll machen. Mal städtisch-industriell geprägt, dann wieder beschaulich dörflich, mal hochfl iegend aussichtsreich, dann wieder waldhügelig und schluchtig. In Schöllbronn mit seiner großen Dorfkirche, gern als Dom des Albtals bezeichnet, lockt das Waldbad, einen erfrischenden Stopp einzulegen – warum nicht, wenn man den ganzen Tag Zeit hat? Danach geht es abwärts, und
beim Grillplatz am Steinbruch muss man sich entscheiden.
Folgt man der Wegbeschreibung und bleibt links der Straße, kommt man zu den „Levadas von Schöllbronn“. Die Reste eines alten Bewässerungssystems sind fast so romantisch wie die in Portugal. Wählt man hingegen den Waldweg rechts der Straße, rauscht man durchs idyllische Moosbachtal. Anschließend muss man für eine letzte Steigung noch einmal kräftiger in die Pedale treten. Vorbei an Völkersbach, Streuobstwiesen und Pferdekoppeln geht es zum Rimmelsbacher Hof, der beliebten Ausflugsgaststätte. Spätestens hier kann man sich ausgiebig stärken. Auch im Winter kommen Gäste gerne her. „Dann sitzen alle um den Kachelofen herum“, sagt
der Betreiber.
Hier verhockt man sich leichtfertig, denn danach geht es auf verschlungenen Waldwegen nur noch bergab ins Keschtedorf Oberweier mit seinen Kastanienwäldern.
Im Frühjahr blühen rund um den Ort die Obstwiesen in voller Pracht. Ist man im
Oktober unterwegs, kann es sein, dass man mitten im Keschtefest landet, bei dem die stachelige Frucht auch kulinarisch gefeiert wird. Ettlingenweier mit seinen vielen alten Fachwerkhäusern lädt zu einem historischen Rundgang ein. Von dort ist es nur noch ein Katzensprung zum schö-
nen Horbachpark mit seinem See und den Wasserspielen, dem letzten Stopp vor der Ettlinger Altstadt. So lässt sich aus 27 Kilometern ein erlebnisreiches tagfüllendes Programm zimmern, das
man abends gemütlich ausklingen lassen kann – am köstlichsten bei einer der Feinen Adressen des Albtals. Man hat es sich verdient.
Info
Tourenheft mit QR-Code für komoot oder outdooractive sowie die E-Bikes gibt es in der Touristinfo
Ettlingen, Erwin-Vetter-Platz 2,
Telefon 07243 101380. Die Fahrradmiete kostet 15 Euro am Tag.
www.ettlingen.de