Ein Fest für Genießer

Wenn die „Feinen adressen“ des Albtals zum Genießerabend einladen, dann verwandelt sich der „Erbprinz in Ettlingen“ in eine kulinarische Entdeckerwelt. Rund 350 Gäste lassen sich dort jährlich bei einem rauschenden Fest für den Gaumen verwöhnen.

 06. Juni 2019
Genießerabend Feine Adressen 2018

Es soll Menschen geben, die fürchten nichts mehr, als einen ganzen Abend lang an einer großen Tafel sitzen zu müssen. Eingeklemmt zwischen Sitznachbarn, die man nicht kennt, mit langen Wartezeiten, bis endlich der nächste Gang serviert wird. Für diese Menschen ist der Genießerabend der „Feinen Adressen“ eine Offenbarung. Hier gibt es keine langen Tafeln, keine feste Sitzordnung, keine streng geregelten Menüfolgen, von denen man nicht abweichen kann. Einen schönen Abend lang dürfen die Gäste sich dort treiben lassen, von einer Genussstation zur nächsten schlendern, von einem freien Sitzplatz zum anderen, voller Neugier und Spannung, was sie wohl im nächsten Raum an Gaumenfreuden erwartet. Seit sechs Jahren findet jährlich im Erbprinz in Ettlingen der Genießerabend der „Feinen Adressen“ statt. Das Hotel und Sterne-Restaurant ist groß genug, dass dort 350 Gäste bewirtet werden können. Drinnen und draußen, im Restaurant-Saal und im Café, an der Bar und in der Lounge. Man staunt, wie viele Räume es hier gibt und entdeckt immer dann, wenn man glaubt, schon durch zu sein, wieder einen neuen.

Natürlich gehört auch der Erbprinz selbst zu den „Feinen Adressen“. Es ist ein Zusammenschluss von Gastronomen, Hoteliers und Erzeugern. Alle sind sie an diesem Abend im Erbprinzen versammelt, lassen die Gäste von ihren Spezialitäten probieren, zeigen, wie groß die Vielfalt ist, die sie im Angebot haben. Dezent portioniert, so, dass man nicht schon nach den ersten beiden Stationen ein Völlegefühl im Bauch hat. Der Erbprinz ist eine große Party-Location an diesem Abend. Bernhard Zepf, Hotel-Chef und Vorsitzender der „Feinen Adressen“, stellt kurz das Angebot vor und erklärt die Spielregeln: Essen bis 22 Uhr, Getränke bis Mitternacht, freie Platzwahl. Viel Vergnügen beim kulinarischen Rundgang durch das Haus!

Das Wetter ist wieder einmal umwerfend, der Abend vor Christi Himmelfahrt inzwischen schon Tradition für die Veranstaltung. Sie beginnt mit einer eiskalten Cuvée am Eingang und setzt sich fort mit erlesenen Weinen unterschiedlichster Herkunft. Doch auch hausgebraute Biere gehören zum Angebot, der Genießerabend ist ein Fest für alle Sinne und Geschmäcker, schick und leger zugleich, man sieht Anzugsträger ebenso wie Menschen, die ganz saloppe Freizeitkleidung tragen. Sie stehen an Bistro-Tischen, sitzen in kleinen Gruppen, genießen das laue Lüftchen, das sie im großen Garten des Erbprinzen umweht. Alles ist so weitläufig hier und so spannend. Zeit, sich aufzumachen und auf kulinarische Entdeckungsreise zu gehen. Man will ja schließlich nichts verpassen.
Im Restaurant-Saal legt der Erbprinz selbst auf: Pochiertes Kalbsfilet mit Spargel und Kräuterflädle. In der Küche haben sich die Kollegen der anderen Gastronomien versammelt: Es gibt Entenbrust mit Koriander von Hartmaier‘s Villa, marinierte Flusskrebsschwänze von Watt‘s Brasserie, geschmortes Schwarzwälder Weiderind von Schwitzer‘s und Perlhuhn-Saltimbocca des Landgasthofs König von Preußen. Im „Salon Sibylla“ hat die Metzgerei Glasstetter ihre Salami- und Schinkenspezialitäten aufgebaut, im „Festsaal Augusta“ zapft Vogelbräu seine Bierspezialitäten, die mit Brezeln und Weißwürsten gereicht werden. Alternativ gäbe es dort auch einen Ziegenkäse oder ein Pfifferlingsrisotto vom Hotel Restaurant Lamm, Bauernbrot vom Biohof Reiser oder Backspezialitäten vom Fricke Bäck.
Das klingt wie eine Qual der Wahl und ist doch das Gegenteil davon. Wer überall nur einmal probiert, kann am Ende von fast allem etwas haben. Schließlich möchte man ja keinesfalls die köstlichen Himbeer-und Heidelbeertörtchen verpassen, die im Café des Erbprinzen serviert werden, alternativ kann man sich in der Lounge noch von ausgewählten Käsesorten den Magen schließen lassen. Die Kreativität kennt keine Grenzen und ist jedes Jahr aufs Neue eine echte Überraschung.

Es macht großen Spaß mit dem Teller durchs Haus zu spazieren. Hier zu naschen und dort zu sitzen, mit jenem zu plaudern oder sich einfach in eine stille Ecke zurückzuziehen. Manche Gäste bleiben mit dem Teller in der Hand stehen und lauschen der Musik: Zwei so genannte „Walking Bands“ gehen herum, unterhalten mit beschwingten Salonklängen die Besucher. „Aux Champs Elysées, aux Champs Elysées“: Ein Ehepaar singt aus voller Kehle mit, prostet sich zu, genießt einen Abend, dessen Stunden wie im Fluge vergehen. Draußen ist es auch um kurz nach zehn Uhr noch milde. Was für ein Wetter, was für eine wunderbare Garten- und Hausparty. Man hat sooo viel gegessen und doch nicht den Eindruck, dass es zu viel war. Die beiden Freundinnen Nicole und Peggy aus Karlsruhe kommen nun schon seit Jahren und staunen immer wieder, was sich die Wirte alles einfallen lassen und wie gut man hier versorgt wird.

Das liegt auch an einer unglaublichen Vielfalt von Servicekräften, die durchs Hotel wuseln und den Gästen fast jeden Wunsch von den Lippen ablesen. Damit die den Abend noch etwas länger in Erinnerung behalten, bekommen sie am Ende eine Tüte voller kulinarischer Köstlichkeiten mit auf den Weg. Für den Genießerabend nach dem Genießerabend in den heimischen vier Wänden.

Gut zu Wissen

Der Genießerabend der „feinen Adressen“ findet jährlich am Mittwoch vor Christi Himmelfahrt statt.
Im Preis von etwa 110 Euro sind sämtliche Speisen und Getränke inbegriffen.
Es empfiehlt sich frühzeitige Reservierung.
Mehr unter www.feine-adressen-im-albtal.de

In diesem Artikel erwähnt

FEINE ADRESSEN IM ALBTAL

Idyllische Landgasthöfe, exklusive Restaurants, genussvolle Entdeckungen – das Albtal im Nordschwarzwald steckt voller kulinarischer Schätze.