Dem Genuss verpflichtet

Ob Bundeskanzler oder Opernsängerin: Das traditionsreiche Hotel Erbprinz in Ettlingen ist stolz auf sein Gäste. Sie werden dort von Ralph Knebel mit seiner „geerdeten“ Feinschmeckerküche verwöhnt.


Wozu ins Restaurant gehen, wenn Mutter so gut kocht? Ralph Knebel war als Kind nie mit seinen Eltern zum Essen aus. Bei der Mutter schmeckte es doch am besten. Ihr verdankt der in Regensburg geborene Koch seine Leidenschaft: Schon mit elf Jahren hat er ihr in der Küche geholfen. Bald stand fest, dass er dieses Interesse zum Beruf machen will – der erste Profi in seiner Familie, die sonst mit Gastronomie nichts am Hut hatte.

Heute ist er Küchenchef im Hotel Erbprinz in Ettlingen, einem Haus mit über 200-jähriger Geschichte. Prächtige Salons und die Weinstube Sibylla mit Majolika-Wandschmuck erinnern an frühere Zeiten. Im Gourmetrestaurant Erbprinz geben rote Lederstühle und der fein gestreifte Teppich eine moderne Note. Ralph Knebel kocht dort für Einheimische ebenso wie für Prominente, die seit Jahrzehnten die Atmosphäre und das Essen im Erbprinz schätzen. Bundeskanzler und -präsidenten sind hier schon aus- und eingegangen, ebenso Fußball-, Opern- und Fernsehstars.

Ralph Knebel hat sein Rüstzeug bei vielen Meistern bekommen. Vor allem die Spitzenköche Dieter Kaufmann (Traube in Grevenbroich) und Alfred Friedrich (Marcobrunn in Erbach) haben ihn beeinflusst. Doch der 39-jährige Küchenchef, für den Gerichte wie Milzsuppe und Krautwickel nach Kindheit schmecken, fühlt sich am stärksten von dem Bodenständigen geprägt: „Ich bin geerdet und mache keine Mode mit.“ Ihm liegt vielmehr daran, „ein einfaches traditionelles Produkt so zu adeln, dass es gut schmeckt“. So nimmt er beispielsweise Lunge, von ihm „Beuschel“ genannt, und serviert sie mit Steinbutt, Perigord-Trüffel und Gnocchi aus Topinambur. Im Gegensatz zu vielen gestelzt formulierten Speisekarten, die mit französischen Wörtern gespickt sind, liest sich seine einfach und geradeheraus. Das gilt auch für die Karte der Weinstube Sibylla, in der er Klassiker und Gerichte wie „Rosa gebratene Lammkeule auf Tomatenrisotto und Zucchinigemüse“ anbietet.

Die gute Küche hat im Erbprinz Tradition. Der frühere Eigentümer Helmuth Gietz legte bereits Wert darauf zu einer Zeit, als es in Deutschland beim Essen vor allem auf Masse und weniger auf Qualität ankam. Sein Qualitätsstreben zahlte sich aus: Der Erbprinz gehört zu den ersten Restaurants in Deutschland, die Michelin in den 1960er Jahren mit einem Stern auszeichnete. Viele Sterneköche haben im Erbprinz gelernt und gearbeitet: ob Lothar Eiermann, Eckart Witzigmann oder Jörg Sackmann. Aber große Namen beeindrucken Ralph Knebel, den bodenständigen Bayern, nicht. „Der Druck beim Kochen kommt sowieso nicht von außen, den mache ich mir selbst“, sagt er, „wenn ich weiß, dass für dieses Essen ein Tier gestorben ist, muss ich das Beste geben.“

Gut zu Wissen

Hotel Erbprinz

Vor über 200 Jahren hat Markgraf Carl Friedrich von Baden das Schankrecht an das Gasthaus Erbprinz verliehen. Benannt ist das Haus nach dem damaligen Thronfolger: Erbprinz Karl von Baden. Holzgeschnitzte Säulen und Wandteppiche im Frühstücksraum verleihen dem Haus heute noch ein besonderes Flair, ebenso die Weinstube Sibylla, die Green Horse Bar und die prächtigen Salons und Säle. Mitte der 1950er Jahre kamen Hotelzimmer dazu und in den folgenden Jahrzehnten wurde das Haus immer wieder erweitert und modernisiert. Heute kümmert sich Familie Zepf um das Hotel (5-Sterne- Superior) mit 122 Zimmern, Gourmetrestaurant, Wellnessbereich, Tagungsmöglichkeiten, einer eigenen Vinothek, in der man die Weine ausgewählter badischer Winzer, die auf der Karte stehen, auch für zu Hause kaufen kann. Übrigens liegt das Hotel sehr zentral: Nur wenige Schritte sind es zum Schloss, zur Ettlinger Altstadt und zur S-Bahn-Haltestelle, die sogar nach dem Erbprinz benannt ist. Mehr Infos unter www.erbprinz.de.

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