Knuspriges Vergnügen

Feiern wie einst auf dem Dorf: Der Heimatverein Pfaffenrot-Marxzell lädt zum rustikalen Vesper ins Museum ein und wirft für Gäste auch mal den Backofen an.


Hinter der Pforte des alten Wirtshauses beginnt eine andere Welt. Große Getreidesäcke stehen dort, Wagenräder, Sichel und Sensen. Draußen im Backhaus glimmt die Glut, in wenigen Minuten wird das frische, knusprige Brot fertig sein. Die Gäste dürfen sich auf einen „Pfaffaredder Veschbabrettle“ freuen. Auch wer auf Anhieb nicht versteht, was damit gemeint ist, wird schnell erkennen, dass es dabei um sein leibliches Wohl geht: Backhausbrot, herzhafte Hausmacher Wurst, Bibeleskäs, dazu ein kühles Bier aus der Karlsruher Brauerei Höpfner. Ein Vesperteller nach Pfaffenroter Art mit einem badisch-alemannischen Käse, der eigentlich ein Kräuterquark ist.

Das Schönste ist jedoch der Garten, in dem man all diese Dinge genießen kann: Ein großes langes Bauerngrundstück, mit Biertischen zwischen den Obstbäumen und der Dorfkirche gleich daneben. Ein herrlicher Ort für den Gruppenausflug und ein paar gemütliche Stunden in ländlicher Umgebung. Es hat sich viel getan im Pfaffenroter Dorfmuseum. Das Gebäude aus dem 18. Jahrhundert, das bis 1870 eine Wirtschaft war, beherbergt nicht nur eine Sammlung historischer Ausstellungsstücke, sondern ist auch Schauplatz zahlreicher Veranstaltungen: Advent wird hier im Innenhof gefeiert, alle zwei Jahre ein Badisches Feschd veranstaltet und immer wieder auch geheiratet.

Wolfgang Obreiter, Vorsitzender des Heimatvereins, erklärt all die Dinge mit viel Augenzwinkern und Humor. Woher der seltsame Name „Kantebuahaus“ kommt? Die einen sagen, weil die Gaststätte, in der das Museum untergebracht ist, einmal „Kanne“ hieß, die anderen schieben es auf das Naturell des rotzfrechen Wirtssohnes: „Wenn das so weitergeht,“ hätten viele gesagt, „dann ,kann de bua’ aber nimmer Pfarrer werre“. Die Reisegruppe hört’s mit Vergnügen, spaziert im Haus herum und sonnt sich in der Vorfreude auf das Gartenvesper. Praktischerweise gibt es nun auch eine Ausschankhütte auf der Rückseite des Museums. Dann geht alles viel schneller und einfacher für die Gäste. Es geht doch nichts über ein bisschen rustikale Gemütlichkeit und ein knuspriges Brot aus dem eigenen Backhaus.

Gut zu Wissen

Wer das Gruppenangebot „Pfaffaredder Veschbabrettle“ mit Backhausbrot im Garten des Dorfmuseum buchen will, wendet sich an: Wolfgang Obreiter, Telefon +49 7248 662, www.heimatverein-pfaffenrot.de.

Mein Tipp

Weitere Backhäuser gibt es auch in Karlsbad-Mutschelbach (Kontakt: Martin Mussgnug, Telefon +49 7202 5530), in Ittersbach bei der Museumsscheune (Kontakt: Günter Rausch, E-Mail backhaus@hmki.de) und in Völkersbach (Kontakt: Obst- und Gartenbauverein, Sonja Gräßle, Telefon +49 7204 8322).

In diesem Artikel erwähnt

DORFMUSEUM KANTEBUAHAUS

Das Dorfmuseum Kantebuahaus dokumentiert das ländliche Leben im hinteren Albtal, speziell in Pfaffenrot bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts.