Teuflisch gute Tour

Die „Große Runde über die Teufelsmühle“ ist eine Schwarzwaldwanderung mit fantastischen Aussichten. Für den neuen Qualitätsweg bei Bad Herrenalb sollte man sich einen Tag Zeit nehmen.


An der Teufelsmühle liegt einem der Schwarzwald zu Füßen. Wie ein großes Landschaftsgemälde breitet er sich aus. Mit Hügeln und Talsohlen, von Nadelbäumen bekrönten Gipfeln und kleinen Dörfern, die dazwischen ihren Platz gefunden haben. Ganz in der Ferne verliert sich alles im Rheingraben, an guten Tagen scheint der Blick von hier oben einfach unendlich zu sein. Die Aussicht vom 16 Meter hohen Turm an der Teufelsmühle ist grandios. „Geil“, ruft ein Junge, der mit seinem Papa gerade die Stufen erklommen hat. Über 900 Meter ist es hier hoch und natürlich tut es besonders gut, wenn man sich die Mehrzahl dieser Höhenmeter bei einer Wanderung selbst erarbeitet hat.

Die Tour beginnt an der Touristinformation in Bad Herrenalb. Gerade mal 365 Meter liegt der Ort über dem Meeresspiegel, die „Große Runde über die Teufelsmühle“ ist etwas für richtige Wanderer, die auch die eine oder andere Steigung nicht scheuen. Zunächst jedoch geht es recht flach durchs Albtal, vorbei an ein paar Kühen, die gemütlich auf der Weide stehen. Man folgt dem Quellenerlebnispfad, bis eines der neuen grünen Schilder nach rechts zeigt. Der Weg führt über den kleinen Fluss und  anschließend über schmale Pfade den Berg hinauf zur Risswasenhütte.

Hier beginnt nun der interessanteste Teil der Tour. Allerdings nur, wenn man den „Einstieg zum Großen Loch“ findet und nicht versehentlich die Teerstraße benutzt. Besser noch einmal auf die Karte schauen oder nachfragen, das Kontrollhäuschen an der Mautstraße ist an Wochenenden besetzt. Das „Große Loch“ ist eine Schlucht wie aus dem Schwarzwaldbilderbuch. Die Erosion hat sie in die Landschaft gegraben und viele bizarre Felsformationen zurückgelassen. Die markantesten sind die sogenannten Teufelskammern, höhlenartige Auswaschungen, in denen einst der Satan hauste. Das zumindest glaubten die Menschen, die ihnen vor Urzeiten den Namen gaben.

Auch mit dem Begriff Teufelsmühle hat es seine besondere Bewandtnis. Wer oben auf der Spitze ankommt und nach der Mühle sucht, wird sie nicht finden. Es waren die riesigen Buntsandsteinbrocken, die die Fantasie der Menschen beflügelten. Überall liegen sie herum, pflastern die Waldwege, als ob ein Riese sich eine Straße bauen wollte. Die Steine dazu hat ihm der Teufel gemahlen, so die Sage. Tatsächlich handelt es sich um eiszeitliche Blockhalden, die von Gletschern geschaffen wurden. Die Teufelsmühle ist der Höhepunkt der 15 Kilometer langen Rundwanderung, ein idealer Ort, um im dortigen Gasthaus einzukehren und ein wenig auf der Wiese vor dem Aussichtsturm zu verweilen. Manchmal kann man dabei die Gleitschirmflieger beobachten, die gerne von hier aus ihre Kreise ziehen.   

„Wie geht’s jetzt weiter?“ fragt ein Wanderer seine Begleiterin. Das Schild zeigt in den dichten Wald hinein, wo man nun über die teuflischen Felsbrocken marschiert, die den Leuten so lange Rätsel aufgaben. Der Wald ist so dunkel wie einst im Märchen von Hänsel und Gretel. So viel Natur am Stück wie im Nordschwarzwald gibt es kaum irgendwo in Deutschland. Auf fast 1000 Metern Höhe hat sie ihr ganz eigenes Gesicht, mit Kiefern und Birken, die die hohen Tannen und Fichten ablösen und einem Untergrund, der zunehmend mooriger wird.

Man versinkt trotzdem nicht in ihm, sondern landet irgendwann an der Hahnenfalzhütte, die den Weg hinunter ins Gaistal weist. Der Abstieg in Richtung Bad Herrenalb kann beginnen. 15 Kilometer ist der Rundwanderweg insgesamt lang, seinen Beinamen „Traumtour“ hat er nicht zu Unrecht bekommen: Das Landschaftserlebnis ist ebenso schön wie die Aussichten und das Gelände so abwechslungsreich, dass man ins Schwärmen geraten könnte. Jetzt heißt es allerdings erst einmal durchatmen. Am Ende des Wandertages hat man tatsächlich etwas geleistet und nun einen gemütlichen Ausklang in einem der Gasthäuser oder in den Thermen des Albtals verdient.

Gut zu Wissen

Die „Große Runde über die Teufelsmühle“ist eine Rundwanderung, die in Bad Herrenalb beginnt und endet. 15,5 Kilometer lang, 623 Höhenmeter. Es empfiehlt sich, die Wegbeschreibung vorher als PDF im Internet auszudrucken. Im Wesentlichen folgt man: Quellenerlebnispfad, Risswasenhütte, Einstieg Großes Loch, Teufelsmühle, Hahnenfalzhütte, Gaistal. Das Höhengasthaus ist von Freitag bis Sonntag und an Feiertagen geöffnet. Bei der Touristinformation gibt es eine Wanderkarte und einen kostenlosen Pocketguide: Touristik Bad Herrenalb, Telefon +49 7083 500555, www.badherrenalb.de

In diesem Artikel erwähnt

Tour Kategorie  Qualitätsweg Wanderbares Deutschland Rundtour Einkehrmöglichkeit

Qualitätsweg "Große Runde über die Teufelsmühle"

Diese anspruchsvolle Wanderung ist seit 2016 als Qualitätsweg "traumtour" nach den Kriterien des Deutschen Wanderverbands zertifiziert; sie kombiniert einige Teilstrecken vorangegangener Touren: über den Quellenerlebnispfad und das Große Loch zur Teufelsmühle und durchs Gaistal zurück.

Naturliebhaber kommen hier auf ihre Kosten.

  • Schwierigkeit
    schwer
  • Länge
    15 km
  • Dauer
    4,53 h
  • Aufstieg
    623 m
  • Abstieg
    622 m
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Tour Kategorie  Einkehrmöglichkeit familienfreundlich

Quellenerlebnispfad Bad Herrenalb (KONUS)

Entdecken Sie die über 60 Sturzquellen, Quellsümpfe und gefassten Quellen Bad Herrenalbs auf einer Wanderung durch eines der schönsten Täler des Schwarzwaldes.

  • Schwierigkeit
    leicht
  • Länge
    5 km
  • Dauer
    1,26 h
  • Aufstieg
    187 m
  • Abstieg
    1 m
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